Über das Festival

NO STRINGS ATTACHED – FIGURENTHEATER UND MEHR

Das erste Figurentheater-Festival des Kultursommers fand 1998 in den Mainzer Kammerspielen statt. Ensembles wie zum Beispiel die französische Schattenspielgruppe Amoros & Augustin zeigten mit der Umsetzung von (welt)bekannten Stoffen, dass Puppenspiel ganz großes Theater sein kann.

Auch andere große Namen des Figurentheaters wie Neville Tranter, Ilka Schönbein, Suse Wächter, die Cie. Philippe Genty, Blind Summit, das Puppentheater der Stadt Halle und das Théâtre La Licorne kamen – und kommen noch – nach Mainz. Seit 2011 findet das Festival in zweijährigem Turnus statt.

Und was steckt eigentlich hinter diesem „und mehr“ im Festivaltitel? Ein Stück Festivalphilosophie: NO STRINGS ATTACHED will nicht nur klassisches Figurentheater, sondern auch andere außergewöhnliche Theaterformen zeigen: Bildertheater, Nouveau Cirque, Performance, Tanz und Artistik, überraschend und anders, im Theater, unter freiem Himmel, im öffentlichen Raum.

1999 bewegte die Compagnie Quidams riesige weiße Gestalten durch die Mainzer Altstadt auf der Suche nach dem Licht und ließ am Rheinufer den Mond aufgehen. Die Compagnie Beau Geste verzauberte das Publikum auf der Malakoff-Terrasse 2008 mit einer Choreographie für einen Tänzer und einen Schaufelbagger. 2009 lagerte ein riesiges aufblasbares Schwein mit theatralem Innenleben in der Mainzer Altstadt. 2011 fand sich das Publikum an einem Weiher im Laubenheimer Ried ein, um dort das belgische Ensemble Studio Eclipse mit einer Tanzperformance auf und unter der Wasseroberfläche zu sehen.

Für ihren „Drei-Groschen-Ring“ baute das französischen Brass-Ensemble Les Grooms 2006 ein Zelt in den Theatersaal der Mainzer Kammerspiele und spielte den Wagner im Zeitraffer – mit orientalischen Klängen und Klezmer-Rhythmen. 2015 war NO STRINGS ATTACHED zu Gast im Glashaus des Mainzer Staatstheaters: Dort balancierte Nick Steur Steine aufeinander und formte sie zu atemberaubend-aberwitzigen Skulpturen, für die die Schwerkraft nicht mehr zu gelten schien.

Und für einen kleinen Eklat im Zuschauerraum sorgten die „Statisten“ der Compagnie Boustrophédon 2011: Während des szenischen Abends „Kleine Wunder“ huschten (zahme) Ratten über die Bühne.
NO STRINGS ATTACHED – immer für eine Überraschung gut!